etwas zu meiner DT125E


Baujahr:
ja, äh, weiß ich nicht mehr, muss so um 1976 gewesen sein.

Geschichte:
Das erste und einzige Motorrad, dass ich jemals neu gekauft habe bzw. neu kaufen werde.
Ich kann mich noch an den Preis erinnern: 2.850 DM (ca.1400 EUR). Ein Witz, verglichen mit heutigen Tarifen. Naja, damals hat eine XT500 lange keine 5.000 DM (ca.2500EUR) gekostet.
Alternative wäre damals eine Kawasaki KE125 gewesen, ich liess mich dann aber von E-Starter und Nähe zum YAMAHA-Händler verleiten zuzugreifen.
War auch zunächst garnicht so übel. Allerdings habe ich das Mopped im Gelände ziemlich hart herangenommen, so daß mein Händler bei der ersten Inspektion grosse Augen machte und sich den Kommentar nicht verkneifen konnte:
"das habe ich ja bei einem neuen Motorrad noch nie erlebt!"
(gemeint war die durch einige Bodenkontakte schon etwas ins Rustikale gewandelte Anmutung des blauen Spielmobils)
Damit hat er mich so sehr beleidigt, dass ich die Nachgarantie-Wartung und -Inspektion selbst übernommen habe. (Scherz: er ist inzwischen ein guter Freund von mir ;-)

Dummerweise hatte das Mopped so einige Macken, die z.T. schon im Serienzustand da waren:
Besonders die Lichtmaschine, eine Kombination aus Energieerzeuger und Startermotor, hat für etliche Reparaturen gesorgt, bei denen die fehlerhafte Isolation zwischen Wicklungen und Kernen in Stand gesetzt wurde. Sch... Frickelei!

Das interessanteste Erlebnis hatte ich dann mal bei "Hochgeschwindigkeitsfahrt" (so um die 105=Vmax), als es urplötzlich zu einer Detonation im linken Motorbereich kam und mir einige Brocken um die Füsse flogen. Motor lief aber weiter. Was war passiert? Nun, der linke Radialwellendichtring der Kurbelwelle war etwas durchlässig geworden, zündfähiges Gemisch sammelte sich im Lima-Deckel an und wurde durch den Funken an den Kontakten entzündet. Das sprengte den Deckel mit der unangenehmen Folge, dass bei Betätigung die Kupplung nicht mehr ausrückte da nicht die Druckstange betätigt wurde sondern der gespaltene Deckel aufgebogen wurde. Also legte ich die erste Aluminium-Schweissnaht meines Lebens - mit einer Al-Stabelektrode. Sah grausam aus, aber hielt bis zuletzt.

Später habe mit dem Mopped erfolgreich an einigen "Blümchen-"Endurowettbewerbe in Uelzen, Schledehausen etc. teilgenommen. Platzierungen üblicherweise ganz vorn in meiner Klasse, obwohl das Hubraumlimit bei 175 bzw. später 250 ccm war, da gab es damals wesentlich bessere Moppeds. Zum Glück ist die Qualität des Moppeds im Gelände nicht so entscheidend, sondern eher der Einsatz mit dem der Fahrer am Griff dreht ;-))
Für die 250er habe ich dann allerdings etwas aufgerüstet: ein 175er Motor passte ohne allzu grosse Änderungen in das Fahrwerk, ein selbstgestrickter Auspuff machte das Mopped richtig giftig, allerdings musste ich in der Sand-Sonderprüfung mit Digital-Gas (alles oder nichts, also: ALLES!) fahren, da dazwischen irgendwie Leistung fehlte. Naja, hat gereicht!
Stand: 12/21/03